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> Bahnstreiks, Allsonntagliche Diskussion
Sandra
Beitrag 21.10.2007, 14:13
Beitrag #1



Ms. London
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Die Bahnstreiks gehen in eine neue Runde: Kunden haben nun Strafanzeige gegen Bahn-Chef Mehdorn gestellt:

http://www.n24.de/wirtschaft_boerse/untern...teaserId=165292

Seid ihr von den ständigen Streiks betroffen? Wie sehr schränkt euch das in eurem normalen Alltag ein? Ich fahre eigentlich nur mit dem Auto, nur bei Fernreisen nutze ich ab und zu mal die Bahn. Daher schränken mich die Streiks nicht ein, aber ich schätze, dass Bahnfahrer so langsam die Geduld verlieren, oder wie seht ihr das? Ich habe nur festgestellt, dann an Streiktagen alle Straßen voller sind, auch die kleinen Dorfstraßen, nicht nur die Autobahnen und Hauptstraßen. Vor ein paar Tagen habe ich die doppelte Zeit für die Rückfahrt von der Arbeit gebraucht, und ich war durchaus genervt. Andererseits kann ich auch die Lokführer verstehen, dass sie einen eigenen Tarifvertrag haben möchten. Aber übertreiben sie nicht langsam ein wenig? Sind die Forderungen zu hoch gestellt? Oder unterstützt ihr die Anzeigen gegen den Bahn-Chef? Würde mich mal interessen, wie das die Rokopler sehen...


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StormRider
Beitrag 21.10.2007, 14:49
Beitrag #2



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Die Strafanzeigen dürften m.E. kaum etwas bringen, außer Arbeit für die Bediensteten der Staatsanwaltschaft. Man könnte mit dem gleichen Argument vielleicht den Verkehrsminister verklagen, da unsere Straßen in solch desolatem Zustand sind, dass manche Strecken kaum befahrbar, andere langwierig zu reparieren sind und durch Baumaßnahmen Millionenschäden der im Stau stehende Verkehrsteilnehmer entstehen. 

Direkt betroffen von den Streikmaßnahmen bin ich nicht. Es gibt hier im Ort zwar eine Bimmelbahn (Triebwagen mit einem angehängten Waggon) - die Bahn nennt das in einem Anfall von Größenwahn 'Regionalexpress', wenn ich mich recht entsinne. Wenn die Schine ausfällt, gibts Schinenersatzverkehr mit Bussen. Bisher waren hier Ferien, aber morgen dürfte es auf der Straße verstopfter zugehen, denn mittlerweile müssen die Kinder ja meilenweit zu ihren Schulen gefahren werden.

Die Streiks selbst betrachte ich mit gemischten Gefühlen, habe aber zuwenig Hintergrundwissen, um eine eindeutige Position beziehen zu dürfen. Das die Bahn gerne einen einzigen Tarifvertrag bzw. -Partner wünscht, leuchtet mir ein, denn sonst gibt es dort ein Chaos. Das die Lokführer einen kräftigen Schluck aus der Lohnpulle fordern, kann ich insoweit nachvollziehen, wie diese Leute m.E. teilweise mit einem Hungerlohn abgespeist werden. Wer jedoch schon 3.000 € verdient, sollte keine 30 % Nachschlag fordern - nur für die wirklich untersten Lohngruppen könnte das gerechtfertigt sein. Vielleicht sollte man anstatt von %-tualen Erhöhungen gestaffelte Festbeträge fordern - die unteren viel, die oberen nur noch wenig (wird niemals so kommen!)? Aber auf jeden Fall müßten sich die einzelnen Gewerkschaften im Bereich Bahn zu einen einzigen Verband zusammenschließen, denn so wie jetzt streikt da noch im nächsten Jahrzehnt jemand.

mfg
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Wer immer die Hand auf mich legt, um über mich zu herrschen, ist ein Usurpator und ein Tyrann. Ich erkläre ihn zu meinem Feinde - P. J. Proudhon
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klaus_ue
Beitrag 21.10.2007, 15:04
Beitrag #3



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Momentan bin ich um Glück nicht direkt davon betroffen. Nur meine Bewerbungen kann ich mich unter diesen Umständen diese Tage in Hamburg abschminken, da die S-Bahn in Hamburg zur Deutschen Bahn gehört. Im Nahverkehr fährt hier der Metronom. Der wird bekanntlich nicht bestreikt. Sollte ich in Hamburg auf die S-Bahn angewiesen sein, wäre für mich am Bahnsteig Endstation.

Warum wurde eine Anzeige gegen die Deutsche Bahn erstattet und nicht gegen die GDL. Die Forderungen der GDL - einer Splittergewerkschaft - sind m. E. total überzogen. Außerdem wird der Mehraufwand für Personalkosten durch Fahrpreiserhöhungen wieder ausgeglichen. Das hat zur Folge, dass die Menschen wieder mehr mit dem Auto fahren. Dadurch nimmt die Umweltverschmutzung weiter zu. Die GDL sendet momentan die Botschaft aus: "Weg vom öffentlichen Personen- und Güterverkehr".

Warum streikt die GDL in Wirklichkeit. Geht es um die Profilierung einiger Funktionäre oder um die Rechtfertigung der Existenz der GDL.
Frei nach dem Motto: Bevor uns die Mitglieder weglaufen, veranstalten wir einen kernigen Streik. Alle Angebote der Bahn wurden bisher als Zumutung zurückgewiesen und eine Verhandlung über die Angebote abgelehnt.

Bitte nicht vegegssen: Andere Arbeitnehmer mussten in der Vergangenheit auch Gehaltsabstriche in Kauf nehmen bzw. haben ihren Arbeitsplatz verloren und sind gezwungen von Hartz IV zu leben.


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JFK
Beitrag 21.10.2007, 15:07
Beitrag #4



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Die 30 % bedeuten nur die Forderungen.
Wie abgeschlossen wird steht dann auf einem anderen Papier.
Dafür wird ja verhandelt.
Wichtig ist, dass die Lokführer Verbesserungen erkämpfen.
Wenn nicht, dann wird sich das auch in anderen Branchen widerspiegeln.
Das sollten alle, die sich jetzt über die Lokführer beschweren, bedenken.

JFK


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Statt zu klagen, dass wir nicht alles haben was wir wollen, sollten wir lieber dankbar sein, dass wir nicht alles bekommen, was wir verdienen
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Joerg
Beitrag 21.10.2007, 16:09
Beitrag #5



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Natürlich sind das nur Forderungen, und die GDL weiß selbst, dass diese völlig an der Realität vorbeigehen. Nur sollten beide Seiten überhaupt einmal verhandelbare Angebote/Forderungen machen, und 30% entbehren in meinen Augen jeglicher Diskussionsgrundlage.
Sicherlich werden manche Lokführer wenig verdienen, und sicherlich wären hier teilweise stärke Lohnanhebungen wünschenswert; aber ich kann doch nicht tatsächlich verlangen, dass das Gehalt um 30% (oder von mir aus auch 20%) angehoben wird? Etwas Mäßigung wäre in meinen Augen durchaus angebracht (insbesondere dann, wenn man sieht, was andere Arbeitnehmer an Lohnerhöhungen - wenn überhaupt - erhalten).
Generell zu den Streiks: Sicherlich ist es das Recht der Arbeitnehmer, zu streiken. Kritisch wird es dann, wenn diese Streiks für ein Unternehmen stark geschäftsschädigend sind, und das ist hier der Fall:
* Bahn gehen während der Streiks Einnahmen verloren (auch wenn sich diese Verluste im Nahverkehr in Grenzen halten dürften, da viele Pendler Zeitkarten besitzen)
* Image-Schaden der Bahn: Gehen die Streiks weiter, werden Kunden verstärkt nach Alternativen für den "unzuverlässigen" (aufgrund der Streiks) Bahnverkehr suchen; dadurch gehen weitere Einnahmen auch für die nahe Zukunft verloren. Insbesondere Geschäftsreisende werden wohl während der Streikphase generell eher auf die Straße oder aufs Flugzeug ausweichen (da ja auch Streiks ausschließlich im Nahverkehr den Fernverkehr stark beeinträchtigen).
* Verlust von Gütertransporten: Da wird groß propagiert, Unternehmen sollten Güter doch der Umwelt zuliebe auf dem Schienenweg transportieren. Schön und gut, jetzt will die GDL aber auch den Güterverkehr bestreiken; dadurch wird nicht nur die Bahn, sondern die komplette Wirtschaft getroffen, was die Gewerkschaft billigend in Kauf nimmt (siehe Tagesschau.de). Als Folge könnten - neben Einbußen bei der Bahn aufgrund von abwandernder Kundschaft im Güterverkehr - Schäden bei diversen Unternehmen auftreten.
Tja, dann gibts wohl Einbußen bei der Bahn, und diese will dann sparen. Und das macht man ja auch gern am Personal (da diese - wirtschaftlich gesehen - einen großen "Kostenfaktor" darstellen). Und wenn es dann zu Nullrunden oder gar Entlassungen kommt, dann ist das Geschrei - insbesondere auch der Gewerkschaften - groß.

Warum übrigens die Bahn jetzt verklagt wird, leuchtet mir wenig ein; vielmehr würde ich es verstehen, wenn die GDL von geschädigten Unternehmen aufgrund des (kommenden) Streiks im Güterverkehr verklagt werden würde.


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Grüße, Jörg



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Trios
Beitrag 21.10.2007, 17:47
Beitrag #6



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nun, ich weiß zwar, dass es eine Deutsche Reichsbahn gibt, habe diese aber vor ca. 40 Jahren das letzte Mal genutzt und werde sie auch nie wieder nutzen. Ich mag ganz einfach keine Bahn!
Aus diesem Grunde betrifft mich das ganze Brimbamborium auch nicht.
Selbstverständlich haben die streikenden Lokführer meine volle Zustimmung. Mögen die Jungens hart bleiben!
Die Herren in den Chefetagen sollten mal langsam wieder herunterkommen und die Leute besser entlohnen, die diese Gewinne erst möglich machen! Der Vorstand hat sich seinen Teil natürlich gegönnt!
Übrigens, es ist ja nicht nur die Bahn, nein, in den anderen Unternehmen vergißt man leider auch immer mehr, wer Gewinne erst möglich macht. Wieviel Personal will denn gerad mal wieder dieser Post-Heini auslagern? Was tut man nicht alles, um Aktionäre zu befriedigen, oder?
Was nun die Streiks bei der Bahn anlangt, wie kann denn ein deutsches Gericht Streiks verbieten? Eigentlich nichts mehr wert diese Demokratie, wenn man die Errungenschaften der vergangenen Jahre wieder weggenommen bekommt! Wozu brauchts denn noch Gewerkschaften?

Der Beitrag wurde von Trios bearbeitet: 21.10.2007, 17:48


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Gast_Pvt. Paula_*
Beitrag 21.10.2007, 17:54
Beitrag #7






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Streiks sollen und muessen weh tun. Streiks, die nicht weh tun, werden nicht bemerkt und erzeugen damit auch keinen Druck. Deshalb duerfen Streiks auch nicht irgendeinem sozialen Burgfrieden oder der aktuellen Stauprognose untergeordnet werden.

Das gerichtliche Verbot der Streiks wird von Arbeits- und Verfassungsrechtlern kritisch beurteilt - u. a. aus oben angefuehrten Gruenden und weil viele finden, dass die angefuehrte Tarifeinheit nicht die grundgesetzlichen Gewerkschaftsrechte ueberwiege und ohnehin nicht mehr in die Zeit passe. Es gibt auch niederinstanzliche Urteile, die in aehnlichen, wenngleich weniger spektakulaeren Szenarien Streiks fuer rechtens erklaert haben.

Soweit es die Zahl 30 angeht: ja, die klingt zunaechst sehr gross und realitaetsfern. Eher selten zu lesen ist leider die Zahl 2.142 - das derzeit hoechste (zuschlagsfreie) Lokfuehrergehalt (das niedrigste liegt bei 1.970).

Und zwar brutto. Netto bleiben hiervon, je nach Steuerklasse, ca. 1.500 uebrig. Gemessen an der im Beruf liegenden Mobilitaet, den zeitlichen Einschraenkungen (Zuege fahren nicht nur zwischen 8 und 17 Uhr) und der Verantwortung fuer Mensch und Material eine fuer die Bahn geradezu beschaemende Hausnummer.

Ach ja. Stichwort "Sonderstatus". Es gibt bereits heute ca. 150 verschiedene Tarifvertraege, die fuer die Beschaeftigten der Bahn gelten. Die Bahn wuerde auch Nummer 151 gut aushalten ... so sie denn wollte.

Pvt. Paula

EDIT: An der Grammatik gefeilt.

Der Beitrag wurde von Pvt. Paula bearbeitet: 21.10.2007, 17:56
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Joerg
Beitrag 21.10.2007, 18:35
Beitrag #8



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ZITAT(Pvt. Paula @ 21.10.2007, 17:54) *
Das gerichtliche Verbot der Streiks wird von Arbeits- und Verfassungsrechtlern kritisch beurteilt - u. a. aus oben angefuehrten Gruenden und weil viele finden, dass die angefuehrte Tarifeinheit nicht die grundgesetzlichen Gewerkschaftsrechte ueberwiege und ohnehin nicht mehr in die Zeit passe.

Generell sollten Gewerkschaften streiken dürfen, ohne dass ein Gericht diese verbietet. Ob ich deswegen gewisse Streiks für richtig halte, hat damit ja erstmal garnichts zu tun.
Gibts eigentlich eine Begründung, warum die Streiks erstmal verboten wurden? Würde mich mal interessieren...


ZITAT(Pvt. Paula @ 21.10.2007, 17:54) *
Soweit es die Zahl 30 angeht: ja, die klingt zunaechst sehr gross und realitaetsfern. Eher selten zu lesen ist leider die Zahl 2.142 - das derzeit hoechste (zuschlagsfreie) Lokfuehrergehalt (das niedrigste liegt bei 1.970).
Und zwar brutto. Netto bleiben hiervon, je nach Steuerklasse, ca. 1.500 uebrig. Gemessen an der im Beruf liegenden Mobilitaet, den zeitlichen Einschraenkungen (Zuege fahren nicht nur zwischen 8 und 17 Uhr) und der Verantwortung fuer Mensch und Material eine fuer die Bahn geradezu beschaemende Hausnummer.

Wie ich oben geschrieben habe: Das Gehalt ist recht niedrig. Das ist aber dennoch kein Grund, 30% mehr Lohn zu fordern; aus welchem Grund? Jeder Lokführer hat von vornherein gewusst, welches Gehalt ihn ungefähr erwartet; sicherlich kann er für mehr Lohn einstehen, und er kann auch für höhere Lohnsteigerungen einstehen. Aber er kann nicht hergehen und sagen: "Ich habe jetzt einen Job ausgewählt, bei dem ich wusste, dass ich wenig verdiene, habe ihn aber trotzdem genommen und will jetzt deswegen 30% mehr Lohn". Was anderes wäre es gewesen, wenn dem Lokführer das Gehalt vorher massiv gekürzt worden wäre.
Das Argument mit den zeitlichen Einschränkungen lasse ich gelten, das Argument mit der Verantwortung nicht: Jeder Busfahrer (der im Durchschnitt über alle Altersklassen hinweg ca. 2000€ brutto verdient) hat ebenfalls Verantwortung (meiner Meinung nach mehr; macht der Zugführer irgendeinen Fehler, wird der Zug normalerweise notgebremst. Ein Bus nicht).

Fazit: Ich sehe es ein, wenn Lokführer mehr als die "normalen" 3-4% verlangen, aber keine 30%. Wenn das durchkommt, sehe ich schwarz (denn dann kommt beispielsweise ver.di daher und verlangt für den Einzelhandel auch 30% mehr Lohn, gemäß dem Motto: "Wenn Lokführer 30% kriegen, dann wollen wir das auch").


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Trios
Beitrag 21.10.2007, 18:53
Beitrag #9



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... stimmt und was ist mit den Busfahrern? Der Verantwortung nach sollten die schon weitaus mehr bekommen, als z.B. ein MdL, MdB ;-)

Der Beitrag wurde von Trios bearbeitet: 21.10.2007, 18:54


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Heili24
Beitrag 21.10.2007, 21:31
Beitrag #10



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Ich finde, die Bahner sollen Ihren Teil bekommen. Ob 30%... das wird ja verhandelt. Ob die ganze Aktion gerechtfertigt ist?.... Ja!
Piloten setzen Ihre Forderungen durch, Politiker nehmen sich, was Sie wollen und bei Managergehältern will ich mal gar nicht anfangen.

Mich stören bzw. behindern die Streiks in keinster Weise. Also können Sie ruhig weiter machen. Ich benutze die Bahn nicht. Wer sie brauch sollte sich rechtzeitig informieren... wink.gif
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Trios
Beitrag 03.11.2007, 10:01
Beitrag #11



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ZITAT(Trios @ 21.10.2007, 16:47) *
nun, ich weiß zwar, dass es eine Deutsche Reichsbahn gibt, habe diese aber vor ca. 40 Jahren das letzte Mal genutzt und werde sie auch nie wieder nutzen. Ich mag ganz einfach keine Bahn!
Aus diesem Grunde betrifft mich das ganze Brimbamborium auch nicht.
Selbstverständlich haben die streikenden Lokführer meine volle Zustimmung. Mögen die Jungens hart bleiben!
Die Herren in den Chefetagen sollten mal langsam wieder herunterkommen und die Leute besser entlohnen, die diese Gewinne erst möglich machen! Der Vorstand hat sich seinen Teil natürlich gegönnt!
Übrigens, es ist ja nicht nur die Bahn, nein, in den anderen Unternehmen vergißt man leider auch immer mehr, wer Gewinne erst möglich macht. Wieviel Personal will denn gerad mal wieder dieser Post-Heini auslagern? Was tut man nicht alles, um Aktionäre zu befriedigen, oder?
Was nun die Streiks bei der Bahn anlangt, wie kann denn ein deutsches Gericht Streiks verbieten? Eigentlich nichts mehr wert diese Demokratie, wenn man die Errungenschaften der vergangenen Jahre wieder weggenommen bekommt! Wozu brauchts denn noch Gewerkschaften?


oh Shit, da hat doch scheinbar das Gericht in Chemnitz diesen, meinen Artikel gelesen und sich wieder auf die Demokratie besonnen. Schau bitte hier:http://de.news.yahoo.com/afp/20071102/tde-d-bahn-unternehmen-gewerkschaften-ta-a4484c6_6.html
Herr Mehdorn samt Führungsriege gönnten sich doch einen ordentlichen Schluck aus der Pulle im letzten Jahr. Leider vergaßen sie, wer diese Gewinne erst möglich machte.
Herr Mehdorn, Sie wissen doch was das niedere Arbeitsvolk so drauf hat, denn wenn sein starker Arm es will, stehen alle Räder still, sogar bei der Bahn.
Man bemüht sich zwar die Gewekschaften zu gegenseitigem Verrat anzustacheln, aber Gott sei Dank gibt es ja die GdL und die Jungens wissen was sie wollen!

Der Beitrag wurde von Trios bearbeitet: 03.11.2007, 10:02


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elsata
Beitrag 03.11.2007, 10:51
Beitrag #12



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Für mich sind die Lokführer in Deutschland unterbezahlt

Jetzt kann die Bahn sehen wie es den Kunden geht wenn sie die Ticketpreise immer und immer wieder erhöhen

Wünsche GDL viel Glück und Standhaftigkeit
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blueX
Beitrag 03.11.2007, 13:14
Beitrag #13



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Für alle, die sich dafür interessieren:

Zeitkarten / Monats- und Jahreskarten können gem. http://www.bahn.de auf Antrag anteilig zurückerstattet werden.
Da mein Zug unmittelbar an 4 Streiktagen betroffen war und ich auf das KFZ umsteigen musste, bringt mir dies 20 EUR.



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Solution-Design
Beitrag 03.11.2007, 16:43
Beitrag #14



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ZITAT(Joerg @ 21.10.2007, 15:09) *
Generell zu den Streiks: Sicherlich ist es das Recht der Arbeitnehmer, zu streiken. Kritisch wird es dann, wenn diese Streiks für ein Unternehmen stark geschäftsschädigend sind, und das ist hier der Fall:


DB: Endlich gibt es mal jemanden, der sich nicht diktieren lässt, wie ein Streik auszusehen hat; endlich gibt es mal jemanden, der zeigt, dass man mit Arbeitnehmern nicht umspringen kann, als wären sie Stückgut.

PS: Ich verrichte meine Tätigkeiten auch in einer großen Firma. Und man glaube mir, es wird über nichts anderes gesprochen, als über Personalabbau.

PPS: Der DB-Streik ist vollkommen in Ordnung. Und er muss weh tun.


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Yours sincerely

Uwe Kraatz
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J4U
Beitrag 03.11.2007, 17:03
Beitrag #15



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ZITAT(Solution-Design @ 03.11.2007, 15:43) *
Der DB-Streik ... muss weh tun.
Im Grundsatz erachte ich es als unverschämt, mit einer Forderung von 31% Lohnerhöhung an den Start zu gehen. In Relation dazu
ZITAT
sehen diese Zahlen natürlich anders aus.

Daher: Jungs, zieht durch. thumbup.gif

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maxos
Beitrag 03.11.2007, 17:16
Beitrag #16



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In dem Zusammenhang auch beachten, in Staatsbetrieben u. staatsnahen Unternehmen da haut die Gewerkschaft auf den Putz.

In der Privatwirtschaft u. da meine ich speziell gegenüber internationalen Konzernen sind sie mit ihrer simplen teilweise schon arg überholten Klassenkampfmentalität schon lange weg vom Fenster.

Volkswirtschaftlich gesehen bringt es die Menschen in einem Staatsgefüge aber ihm Rahmen der Gesamtsolidarität nicht weiter, wenn es dann gute Lohnabschlüsse nur für die Arbeitnehmer in staatsnahen Unternehmen gibt u. alle anderen Arbeitnehmer durch die Finger schauen u. die indirekt langfristig dann Pensionsanspruch der "besser gestellten" mitfinanzieren müssen.

Wie gesagt, nur allgemeiner Verweis auf die schwierige Situation bezogen auf Globalisierung u. gewerkschaftlicher Funktionärsetablierung.

Der Beitrag wurde von maxos bearbeitet: 03.11.2007, 17:17
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Beitrag 03.11.2007, 17:57
Beitrag #17



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ZITAT(maxos @ 03.11.2007, 16:16) *
In dem Zusammenhang auch beachten, in Staatsbetrieben u. staatsnahen Unternehmen da haut die Gewerkschaft auf den Putz.
In der Privatwirtschaft u. da meine ich speziell gegenüber internationalen Konzernen sind sie mit ihrer simplen teilweise schon arg überholten Klassenkampfmentalität schon lange weg vom Fenster.

Naja, so ganz stimmt das nicht. Ver.di hat bei der Neugestaltung des Tarifsystems für den Öffentlichen Dienst (jetzt TvÖD, vorher BAT) miserabel verhandelt und die Angestellten wirklich in den Regen gestellt. Da haben sich schlechtes wirtschaftliches Timing, schwache Verhandlungsführer und künstliche Sachzwangargumentation zu einem unerfreulichen Ergebnis ergänzt. thumbdown.gif

Dass es auch anders geht, zeigt gerade die IG-Metall, wie ein Artikel aus der "taz" darstellt:
ZITAT
Die McKinseys von der Gewerkschaft

Um Jobs zu retten, weicht die IG Metall immer wieder vom Flächentarifvertrag ab. Ehe dies geschieht, schickt sie ihre Wirtschaftsprüfer in die Firmen. Manche von den Chefs ausgemalte Krise erweist sich plötzlich als Bluff.

Die wichtigste Waffe von Martin Schwarz-Kocher ist sein Laptop. Wenn der 48-Jährige ein Unternehmen durchleuchtet, listet er mit dem Statistikprogramm Excel akribisch Kennzahlen auf, prüft Gewinn- und Verlustrechnungen und prognostiziert die künftigen Umsätze. Mit Powerpoint erklärt er seine Zahlen den Betriebsräten und der Geschäftsführung. ...
Schwarz-Kocher und seine Kollegen vom Stuttgarter IMU-Institut kennen die Methoden des Gegners. Und schlagen ihn damit, indem sie den Chefs ihre eigenen Fehler vorrechnen. Die McKinseys von der Gewerkschaft geben das beste Beispiel für eine neue Entwicklung: dass die einst als Funktionärsverein verschriene IG Metall näher dran ist an den Betrieben, sie schnell auf Nöte der Branche reagiert und den Mitgliederschwund allmählich in den Griff bekommt. ...

Während einst der Funktionär aus der fernen Zentrale im Hinterzimmer verhandelte, sitzt er nun mit den Beschäftigten am Verhandlungstisch. Und rückt dem Geschäftsführer zur Not mit einem Wirtschaftsprüfer wie Schwarz-Kocher auf die Pelle. ...

Zugleich erschließt sich die Gewerkschaft durch die neue Strategie Herrschaftswissen, über das bisher nur Firmenchefs verfügten. Gewerkschaftsprüfer nutzen die Kontakte des Betriebsrates und arbeiten mit den Controllern und Abteilungsleitern zusammen. So mancher Geschäftsführer muss da schlucken. "In kleinen Firmen, in denen der Chef wie ein Patriarch über die Geschicke aller bestimmt, ist das ein Politikum", sagt Schwarz-Kocher. Zumal seine Kollegen und er in den Verhandlungen strikt parteiisch denken. "Betriebswirtschaft ist keine Wahrheitslehre. Es kommt auf die Perspektive an", sagt er. Für ihn hat nicht die Rendite Priorität, sondern die Zukunft der Mitarbeiter.

taz-Artikel

Das gefällt mir!

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Jamie
Beitrag 12.11.2007, 11:16
Beitrag #18



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Gestern im Teletext gelesen:

Zitat von Merkel: "Es müssen endlich beide Seiten aufeinander zugehen und einen Kompromiss finden. Mit dem Kopf durch die Wand, so kann es nicht funktionieren, da gewinnt immer die Wand."

aaaaahaaa....das hätte ich denen auch schon vor einigen Wochen sagen können xD
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klaus_ue
Beitrag 12.11.2007, 19:50
Beitrag #19



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Gestern war in den Nachrichten zu hören, die Bundesregierung (Finanzministerium) will den ermäßigten Mehrwertsteuersatz von 7% ersatzlos streichen. Es wurde sich dabei auf den Spiegel berufen klick

Unter diesem Hintergrund meine Bitte an die GDL, zieht das jetzt bis zum bitteren Ende durch.


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Joerg
Beitrag 12.11.2007, 20:12
Beitrag #20



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ZITAT(klaus_ue @ 12.11.2007, 18:50) *
zieht das jetzt bis zum bitteren Ende durch.

Wenn sich keine der beteiligten Seiten bewegt, wirds wirklich bitter. Und zwar für beide Seiten.


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Grüße, Jörg



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